ADFC-Fahrradklima-Test 2022: Bayern bleibt fahrradunfreundlich - ADFC Bayern

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Landesverband Bayern e. V.

Keyvisual ADFC-Fahrradklima-Test 2022

Fahrradklima-Test 2022 © ADFC | April Agentur

ADFC-Fahrradklima-Test 2022: Bayern bleibt fahrradunfreundlich

Die Ergebnisse des ADFC-Fahrradklima-Tests 2022 zeichnen für Bayern ein ernüchterndes Bild: Der Freistaat erhält in der Gesamtbewertung die Note 4,0 – und damit keine Verbesserung gegenüber dem letzten Test.

Rund 245.000 Radfahrende bewerteten bundesweit das Fahrradklima in ihrer Stadt oder Gemeinde. 164 bayerische Kommunen kamen in die Wertung.

Bayerische Spitzenreiter nach Stadtgröße

Unter den 18 fahrradfreundlichsten Städten Deutschlands findet sich aus Bayern erneut Erlangen als Spitzenreiter in seiner Größenklasse. Landshut erhält die Auszeichnung als „Aufholer“ für die bundesweit beste Entwicklung in seiner Kategorie.

  • Über 500.000 Einwohner:innen: München (Note 3,89, Platz 5 von 14 bundesweit)
  • 200.000–500.000 Einwohner:innen: Augsburg (Note 3,99, Platz 10 von 26 bundesweit)
  • 100.000–200.000 Einwohner:innen: Erlangen (Note 3,24, Platz 1 von 40 bundesweit – Spitzenreiter)
  • 50.000–100.000 Einwohner:innen: Neu-Ulm (Note 3,80, Platz 27 von 113 bundesweit)
  • 20.000–50.000 Einwohner:innen: Straubing (Note 3,35, Platz 15 von 447 bundesweit – stark verbessert)
  • Bis 20.000 Einwohner:innen: Bad Wiessee (Note 2,94, Platz 10 von 474 bundesweit)

Sicherheit und Infrastruktur: Die größten Schwachstellen

Das Sicherheitsgefühl der Radfahrenden in Bayern bleibt ein zentrales Problem. Fehlende, zugeparkte oder zu schmale Radwege erhalten die Note 4,3. Zu den am schlechtesten bewerteten Einzelaspekten zählen:

  • Zu geringe Breite der Radwege: Note 4,8
  • Fehlende Führung an Baustellen (Absteigen und Schieben erforderlich): Note 4,7
  • Falschparker:innenkontrolle auf Radwegen: Note 4,8
  • Fahrradmitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln: Note 4,9 – schlechtester Wert aller Bundesländer (bundesweit: 4,5)

Vergleichsweise positiv schneidet die Erreichbarkeit des Stadtzentrums mit dem Fahrrad ab (Note 2,7), ebenso geöffnete Einbahnstraßen in Gegenrichtung für den Radverkehr (Note 2,8).

Investitionen in den Radverkehr wirken

Das Beispiel Straubing zeigt, dass gezielte Förderung des Radverkehrs messbare Wirkung hat: Die Stadt verbesserte sich im Vergleich zu 2020 um eine ganze Note bei der Fahrradförderung (von 3,5 auf 2,5) und setzte sich damit an die Spitze ihrer Größenklasse. Projekte wie ein Allachbachradweg, eine Vorrang-Fahrradstraße zur Universität, eine Fahrradgarage im Erdgeschoss eines Leerstands, ein Pump Track sowie ein Fahrradverleihsystem wurden von den Radfahrenden ausdrücklich honoriert.

„Investitionen in den Radverkehr werden von den Menschen gesehen und mit entsprechenden Bewertungen belohnt.“ – Bernadette Felsch, Vorsitzende des ADFC Bayern

Radentscheid Bayern: ADFC fordert gesetzliche Grundlage

Angesichts der stagnierenden Ergebnisse fordert der ADFC Bayern mit dem Volksbegehren „Radentscheid Bayern“ ein Radgesetz, das die Rahmenbedingungen für besseren Radverkehr im Freistaat verbessert.

„Die Ergebnisse des diesjährigen Fahrradklima-Tests sind abermals ernüchternd. Die Radfahrenden in Bayern zeigen, dass die Rahmenbedingungen fürs Radfahren dringend verbessert werden müssen. Dafür haben wir mit unseren Bündnispartner:innen das Volksbegehren „Radentscheid Bayern“ auf den Weg gebracht.“ – Bernadette Felsch, Vorsitzende des ADFC Bayern

Über den ADFC-Fahrradklima-Test

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die weltweit größte Zufriedenheitsumfrage unter Radfahrenden. Er wird alle zwei Jahre mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums durchgeführt und fand 2022 zum zehnten Mal statt. Bundesweit nahmen rund 245.000 Radfahrende teil; 1.114 Städte kamen in die Wertung. Die Befragung lief von September bis November 2022.

Die Ergebnisse des ADFC-Fahrradklima-Tests 2022 für Bayern sowie Handlungsempfehlungen haben wir in einer Broschüre aufbereitet. Diese ist oben rechts in der blauen Medienbox verlinkt. 

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