Ein Radentscheid für Bayern - ADFC Bayern

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Landesverband Bayern e. V.

Vertreter:innen des Radentscheid Bayern auf der Auftakt-Pressekonferenz am 2. Juni in München

Vertreter:innen des Radentscheid Bayern auf der Auftakt-Pressekonferenz am 2. Juni in München © Laura Ganswindt I ADFC Bayern

Ein Radentscheid für Bayern

Ein breites Bündnis aus Verbänden und Parteien hat Anfang Juni einen bayernweiten Radentscheid gestartet. Durch das Volksbegehren soll im Freistaat endlich der fehlende Rahmen für eine echte Radverkehrsförderung geschaffen werden.

Nachdem der „Radentscheid Bayern“ seine Forderungen zum Weltfahrradtag am 3. Juni erfolgreich der Öffentlichkeit vorgestellt hatte, können nun Unterschriften gesammelt werden. Die Unterschriftensammlung hat am 16. Juni auf dem Münchner Tollwood-Festival und in vielen Städten und Gemeinden Bayerns begonnen. Zudem gründen sich flächendeckend lokale Bündnisse, die das Netzwerk an Sammelstellen (https://radentscheid-bayern.de/mitmachen/sammelstellen) zeitnah ergänzen werden. Die Aufbruchstimmung ist in ganz Bayern zu spüren. Geplant ist der Abschluss der Unterschriftensammlung im Spätherbst.

Wann, wie und wo unterschrieben werden kann ist unter https://radentscheid-bayern.de/mitmachen zu finden.

Warum ein Radentscheid für Bayern?

Umfragen und die über 240.000 Unterschriften, die die Radentscheidbewegung für eine bessere und sichere Radinfrastruktur in 11 bayerischen Städten gesammelt haben, belegen es: Die Menschen in Bayern wollen mehr Radfahren und bessere Bedingungen hierfür. Die Umsetzung der Radentscheide geht vor Ort allerdings kaum voran, weil Geld und Personal fehlen und überholte Richtlinien und Straßenverkehrsgesetze rasche Verbesserungen der Radinfrastruktur verhindern. Zudem ist den Städten und Gemeinden weitestgehend allein überlassen, ob und wie sie den Radverkehr fördern und sie bekommen dabei zu wenig Unterstützung vom Freistaat. Das Ergebnis ist – sofern überhaupt vorhanden – ein Flickenteppich unterschiedlichster und meist nicht ausreichender Radwege. Die Kombination von Rad und ÖPNV wird Radfahrenden in Bayern alles andere als leicht gemacht. All dies will der Radentscheid Bayern mit einem Radgesetz ändern, das die Staatsregierung und Kommunen verpflichtet, umweltfreundliche Mobilität praktisch umzusetzen.

Keine Verbesserungen fürs Rad im Freistaat

Die Staatsregierung hat sich 2017 das Ziel gesetzt, den bayernweiten Radverkehrsanteil bis 2025 von 10 auf 20 Prozent zu verdoppeln. Bis jetzt ist der Radverkehrsanteil aber nur um ca. einen Prozentpunkt auf 11 Prozent gestiegen. Das ist auch kein Wunder: Radwege, Abstellanlagen und Radmitnahmemöglichkeiten fehlen oder sind häufig so dürftig und unsicher, dass sie nicht zum Radfahren einladen. 

Breites Bündnis für bayerischen Radentscheid

Getragen wird der Radentscheid Bayern vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) Bayern, vom bayerischen Landesverband des VerkehrsClubDeutschland (VCD) und den 11 kommunalen bayerischen Radentscheiden. Im Bündnis wirken der BUND Naturschutz (BN) und fünf bayerische Landesverbände politischer Parteien mit.

Ziele für den Radverkehr

Der für ein Volksbegehren erforderliche Gesetzentwurf des Bündnisses verfolgt u. a. folgende Ziele für eine bessere und sichere Radinfrastruktur:

  • Der Radverkehrsanteil am Gesamtverkehr soll bis 2030 bayernweit 25 Prozent betragen.
  • Der Sanierungsstau bei der Rad- und Fußverkehrsinfrastruktur wird behoben. Bei allen Baumaßnahmen und Sanierungen wird eine bedarfsgerechte, sichere und möglichst kreuzungsfreie Radverkehrsführung geplant, die auch die Bedürfnisse jenseits des „normalen“ Zweirads berücksichtigt, wie von Familien mit Lastenrädern oder Kinderanhängern oder von Menschen mit Spezialrädern für körperliche Einschränkungen.
  • Das Ziel der „Vision Zero“ (= keine Verkehrstoten mehr) wird ernsthaft verfolgt. Oberste Priorität müssen hierfür die Schwächeren im Verkehr haben – z. B. durch Tempobeschränkungen und klar vom Kfz-Verkehr getrennte Führung der Fuß- und Radwege.
  • Der umweltfreundliche Verkehr wird vorrangig ausgebaut und lässt sich gut kombinieren – auch auf dem Land (Verbesserung der Abstellanlagen, Radinfrastruktur und Radmitnahme).
  • Die seit vielen Jahren versprochenen kreuzungsfreien Überland-Radwege  (sog. Radschnellverbindungen) müssen endlich Realität werden.
  • Flächenversiegelung für den Verkehr wird sorgfältig abgewogen.

Weitere Infos zum Radentscheid Bayern gibt es unter radentscheid-bayern.de.

Verwandte Themen

36. ADFC-Mittagsgespräch: Radverkehr aus Polizeiperspektive

Zum 36. ADFC-Mittagsgespräch war Michael Schwald, der Landespolizeipräsident von Bayern, eingeladen. Er stellte den…

Das neue 1-Euro-Ticket für die Radmitnahme

Radmitnahme für einen Euro war ein spontanes Versprechen von Ministerpräsident Markus Söder, nachdem Bayern bei der…

ADFC-Fachgruppe „Fahrrad & Öffentlicher Verkehr“

Gute Infrastruktur fürs Rad umfasst neben einem gut ausgebauten Radwegenetz u.a. auch die Radmitnahme in der Bahn. Für…

ADFC trifft…! Eric Frenzel, Spitzensportler

Mit dem Fahrrad an die Weltspitze – Top-Sportler Eric Frenzel aus der Oberpfalz für sein sportliches Lebenswerk geehrt.

Das Goldene Pedal

Das Goldene Pedal: Ein Radtourismus Award für Bayern

2018 hat der ADFC Bayern das „Goldene Pedal“ ins Leben gerufen – einen Award für die innovativsten und kreativsten…

Ein Rapsfeld in der Abendstimmung

Radurlaub mit einem Reiseveranstalter

Mitgliedervorteil nutzen und mit Rabatt in den Radurlaub starten: wer mit einem Radreiseveranstalter unterwegs ist, kann…

ADFC trifft...! Colin Pöstgens von cargobike.jetzt

ADFC trifft...! Colin Pöstgens von cargobike.jetzt

Lastenräder sind die Trend-Gefährte des Jahres. Egal, ob Eltern mit kleinen Kindern, Handwerker*innen oder hippe New…

Vertreter:innen der Bündnispartner auf der Pressekonferenz

Sozial. Sicher. Klimafreundlich: Bündnis stellt Forderungen zur Kommunalwahl vor

Wie können Bayerns Städte und Gemeinden Mobilität sozial gerecht, sicher und klimafreundlich gestalten? Diese Leitfrage…

Bernadette Felsch, stellv. Vorsitzende ADC Bayern, Jill Warren, ECF, Eva Mahling, Vorsitzende ADFC Bayern,

So geht Fahrrad in Europa

Beim 40. ADFC-Mittaggespräch stand alles im Zeichen der europäischen Lobbyarbeit fürs Fahrrad.

https://bayern.adfc.de/artikel/ein-radentscheid-fuer-bayern

Bleiben Sie in Kontakt