
Fahrradabstellanlagen am "Bahnhof des Jahres 2026" Ansbach © Deutsche Bahn AG I Christian Bedeschinski
Gute Fahrrad-Infrastruktur gehört zu einem modernen Bahnhof
Der ADFC Bayern lobt umfangreiche Fahrradabstellanlagen und das Reparaturangebot am “Bahnhof des Jahres 2026" Ansbach. Gleichzeitig fordert der Fahrradclub mehr sichere und komfortable Fahrradparkplätze an Bahnhöfen in ganz Bayern.
Der Bahnhof Ansbach ist „Bahnhof des Jahres 2026“. Die Auszeichnung der Allianz pro Schiene würdigt die gelungene Sanierung des Bahnhofs, seine gute Verknüpfung mit Bus, Auto und Fahrrad sowie seine hohe Aufenthaltsqualität. Aus Sicht des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Bayern zeigt Ansbach dabei vor allem eines: Eine gute Fahrrad-Infrastruktur gehört zu einem modernen Bahnhof selbstverständlich dazu.
530 neue Fahrrad-Stellplätze und kurze Wege zu den Gleisen
Besonders positiv bewertet der ADFC die umfangreichen Fahrradabstellmöglichkeiten. Auf beiden Seiten des Bahnhofs stehen zahlreiche moderne und überwiegend überdachte Stellplätze mit kurzen Wegen zu den Bahnsteigen zur Verfügung. Im Zuge der Bike+Ride-Offensive wurden insgesamt 530 neue Fahrradstellplätze geschaffen, darunter zahlreiche Doppelstockparker. Auch abschließbare Sammelschließanlagen, um beispielsweise hochwertige Fahrräder oder Fahrräder mit hohem sentimentalem Wert sicher abstellen zu können, gehören zum Angebot.
Die Jury der Allianz pro Schiene hebt insbesondere die große Zahl der Abstellanlagen und deren kurze Wege zu den Gleisen hervor. Positiv bewertet sie auch die ansprechende Gestaltung sowie eine Service-Säule mit Luftpumpe und Werkzeug für kleinere Reparaturen.
Eva Mahling, Vorsitzende des ADFC Bayern, sagt: „Ein Bahnhof sollte schon bei der Ankunft mit dem Fahrrad zum Umsteigen einladen. Ansbach zeigt, wie das gelingen kann: mit vielen Stellplätzen, kurzen Wegen zu den Gleisen und einem Reparaturangebot.“
Gute Fahrradabstellanlagen müssen Standard werden
Der ADFC Bayern nimmt die Auszeichnung zum Anlass, den Blick auf das Fahrradparken an Bahnhöfen in ganz Bayern zu richten. Bundesweit fehlen nach ADFC-Angaben mindestens 1,5 Millionen Fahrradparkplätze an Bahnhöfen.
Fahrradparkhäuser und Abstellanlagen müssen aus Sicht des Fahrradclubs fester Bestandteil der Stationsinfrastruktur sein: mit ausreichend sicheren Stellplätzen, möglichst nah am Zugang und über gute Radwege erreichbar. Neben kostenlosen Basisstellplätzen braucht es sichere und bezahlbare Angebote für hochwertige Fahrräder. Auch Lastenräder und Pedelecs müssen bei der Planung berücksichtigt werden.
Ebenso wichtig sind eine hohe bauliche Qualität, gute Beleuchtung, einfache Zugänge ohne App-Zwang sowie ein dauerhaft gesicherter Betrieb mit Wartung, Reinigung und Kontrolle. Der ADFC fordert zudem, die Bundesförderung für Fahrradparkhäuser wieder aufzunehmen.
Ansbach zeigt gute Lösungen und Verbesserungspotenzial
Auch am ausgezeichneten Bahnhof gibt es aus Sicht des ADFC noch Verbesserungsbedarf. Positiv ist der hintere Bahnhofszugang: Eine ausreichend breite Schieberinne ermöglicht es, Fahrräder über die Treppenanlage zum Fußgängertunnel und damit zu den Gleisen zu bewegen.
In der konkreten Ausführung ist die Rinne nach Einschätzung des ADFC Ansbach allerdings nur eingeschränkt alltagstauglich. Bei manchen Fahrrädern können die Pedale an der Wand oder an den Treppenstufen hängen bleiben. Der ADFC hatte deshalb gegenüber DB InfraGO bereits angeregt, eine bessere Lösung für das Schieben von Fahrrädern an den Treppen zu schaffen.
„Ob Fahrradinfrastruktur alltagstauglich ist, zeigt sich erst in der Praxis. Gerade bei einer Schieberinne wäre es deshalb wichtig gewesen, sie vorab mit unterschiedlichen Fahrrädern zu testen – schade, dass das hier offenbar nicht passiert ist“, so Mahling.
Bund, Bahn und Kommunen sind gefragt
Für den ADFC ist Ansbach ein gutes Beispiel dafür, wie Fahrrad und Bahn besser miteinander verknüpft werden können. Die Auszeichnung sollte deshalb Ansporn sein, entsprechende Standards auch an anderen Bahnhöfen umzusetzen.
Dafür braucht es das Zusammenspiel von Bund, Bahn und Kommunen: Der Bund muss die notwendige Förderung sicherstellen, die Bahn ihre Bahnhöfe konsequent auf die Bedürfnisse des Radverkehrs ausrichten und Kommunen die Abstellanlagen gut an das örtliche Radwegenetz anbinden.
„Ankommen, abstellen, einsteigen – so einfach muss die Kombination von Fahrrad und Bahn sein. Dafür braucht es genügend sichere Fahrradabstellplätze und kurze, direkte Wege von dort zum Gleis. Das muss an Bahnhöfen zum Standard werden, damit Rad und Bahn im Alltag nahtlos zusammenspielen“, betont Eva Mahling.
Jetzt beim ADFC-Fahrradklima-Test mitmachen
Wie fahrradfreundlich sind Bayerns Städte und Gemeinden? Beim ADFC-Fahrradklima-Test können Radfahrende ihre Erfahrungen vor Ort bewerten und damit wichtige Impulse für die kommunale Radverkehrspolitik geben. Der ADFC Bayern ruft alle Radfahrenden dazu auf, teilzunehmen und die Bedingungen für den Radverkehr in ihrer Stadt oder Gemeinde zu bewerten. Weitere Informationen und die Teilnahme gibt es unter https://fkt.adfc.de/.
Hinweise an Redaktionen
Diese Medieninformation sowie Bildmaterial gibt es in unserem Pressebereich. Informationen zur Auszeichnung „Bahnhof des Jahres“ durch Allianz pro Schiene finden Sie unter https://www.allianz-pro-schiene.de/presse/pressemitteilungen/bahnhof-des-jahres-2026/.
