Temporäre Pop-up Fahrspur in Berlin

Temporäre Pop-up Fahrspur in Berlin © ADFC

ADFC und BN fordern coronasichere Fuß- und Radwege in bayerischen Städten

 

Der ADFC Bayern und BUND Naturschutz in Bayern (BN) fordern die schnelle und rechtssichere Einrichtung coronasicherer Fuß- und Radwege. Dabei sehen sie sowohl Städte als auch die bayerische Staatsregierung in der Pflicht.

 

Vergangene Woche haben sich die beiden Verbände gemeinsam mit den bayerischen Radentscheiden und weiteren Organisationen in einem Brief an Verkehrsministerin Kerstin Schreyer gewandt. In ganz Bayern fordern am heutigen Mittwoch Kreisgruppen von ADFC und BN „Physical Distancing“ im Rad- und Fußverkehr durch geeignete Sofortmaßnahmen zu ermöglichen.

Bernadette Felsch, Landesvorsitzende des ADFC Bayern, erklärt:

„Abstandhalten ist aktuell wichtig, dazu aufzurufen richtig. Problematisch ist allerdings, wenn etwas gefordert wird, das kaum machbar ist – z.B. beim Radfahren ausreichend Abstand zu anderen Radfahrenden und zum Fußverkehr zu halten, denn dafür sind die Radwege im Regelfall viel zu schmal und voll. Deshalb möchten wir, dass Fahrspuren der gerade ohnehin fast leeren Straßen schnellstmöglich und unkompliziert zumindest vorübergehend in breite geschützte Radspuren umgewandelt werden. Dies schafft Sicherheit!“

Martin Geilhufe, Landesbeauftragter des BUND Naturschutz, ergänzt:

„Städte in aller Welt machen vor was möglich und nötig ist: Die kolumbianische Hauptstadt Bogotá richtete bereits vor einigen Wochen Pop-Up-Fahrradwege ein, in Wien wurden ausgewählte Straßen für den Fuß- und Radverkehr geöffnet. Dass das auch in Deutschland möglich ist, zeigt der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg: Innerhalb kürzester Zeit wurden dort temporäre Fahrradwege auf mehrspurigen Straßen eingerichtet. Bayerische Städte müssen Fuß- und Radverkehr jetzt ebenfalls mehr Platz geben, damit das Einhalten des derzeit erforderlichen Mindestabstandes überall möglich ist“.

Autofreie Zonen, temporäre Radspuren, Tempo 30 innerorts während Corona
In München, Würzburg, Regensburg, Erlangen, Dachau, Coburg, Schweinfurt, Kempten und Forchheim fordern Kreisgruppen von ADFC und BUND Naturschutz heute die Einrichtung autofreier Zonen, temporäre Radspuren auf mehrspurigen Straßen und eine Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde innerorts als Sofortmaßnahmen in der Corona-Krise.

Klaus Wörle, Vorsitzender des ADFC Regensburg, erklärt:

"Veränderungen durch die Corona-Krise betreffen auch den Straßenverkehr. Die Kommunen müssen darauf reagieren, indem sie Fußgänger*innen und Radfahrenden dort mehr Platz geben, wo dies zur Einhaltung der gebotenen Abstände nötig ist. In Regensburg wird die Hälfte der Wege von der Bevölkerung zu Fuß oder mit dem Rad erledigt, und mit den Einschränkungen im öffentlichen Verkehr sind es derzeit nochmals mehr. Das muss sich nun in einem entsprechenden Flächenangebot wiederspiegeln."

Thorsten Kellermann, stellvertretender Vorsitzender der Kreisgruppe München des BUND Naturschutz, sagt:

„Die Corona-Infektion hat München stark getroffen. Deshalb sollte München alles tun, um seine Bürger*innen zu schützen und trotzdem ein öffentliches Leben zu ermöglichen. Eine weitläufige Sperrung der Straßen innerhalb des Mittleren Rings, aber auch in Ballungsbereichen wie Pasing, würde es den Menschen ermöglichen, sich sicher zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu bewegen. Selbstverständlich muss die Sperrung so geregelt werden, dass Rettungsfahrzeuge, Handwerker*innen oder Menschen, die ohne ein Auto nicht zur Arbeit kommen, die Straßen entsprechend nutzen können.“

Hinweis für Redaktionen
DiesePressemitteilung und weitere finden Sie in unserem Pressebereich. Den Brief an Verkehrsministerin Schreyer vom 16. April 2020 gibt es hier: https://bayern.adfc.de/neuigkeit/mehr-platz-fuer-rad-und-fussverkehr-waehrend-corona/. Die Pressemitteilung des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg zur Einrichtung temporärer Radwege während der Corona-Pandemie: https://www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg/aktuelles/pressemitteilungen/2020/pressemitteilung.911780.php.


Pressekontakte:

Martin Geilhufe, Landesbeauftragter BUND Naturschutz, Tel. 0172 7954 607, E-Mail: martin.geilhufe@bund-naturschutz.de 

Laura Ganswindt, Pressesprecherin ADFC Bayern, Tel. 089 / 9090 02519, E-Mail: laura.ganswindt@adfc-bayern.de

 

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Temporäre Pop-up Fahrspuhr in Berlin

Temporäre Pop-up Fahrspuhr in Berlin

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Häufige Fragen von Alltagsfahrern

  • Was macht der ADFC Bayern?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 185.000 Mitgliedern, davon über 29.000 in Bayern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

    In Bayern wird der ADFC durch den Landesverband vertreten, der bayernweit und mit vielen Partnern die Interessen der Radfahrer*innen in Politik und (Tourismus)Wirtschaft vertritt.

    Regional engagieren sich fast ausschließlich Ehrenamtliche in über 40 Kreisverbänden und einer stetig zunehmenden Anzahl von Ortsgruppen für bessere Verhältnisse im Radverkehr. Darüber hinaus ist der ADFC der größte Anbieter von geführten Radtouren in Deutschland. Nahezu überall finden sie statt, angeboten vom ADFC vor Ort. Die Bandbreite der geführten Touren ist enorm. Das ADFC-Radtouren- und Veranstaltungsportal macht sie alle sichtbar.

     

     

  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied? Hier gelangen Sie zum Anmeldeformular.

  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind. Ausführlichere Informationen finden sich hier.

  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.

    Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen.

    Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs. Weitere Tipps, wie Sie zu Ihrer und der Sicherheit anderer beitragen, finden Sie hier.

  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes. Mehr Informationen bekommen Sie hier.

  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können. Allein in Bayern gibt es 10 Radrouten und RadReiseRegionen mit ADFC-Siegel.

    Mehr Informationen zu den Bewertungskriterien unserer Radtouren erhalten Sie im Menüpunkt Auf Tour.

  • Wo bekomme ich Fahrradkarten für Bayern?

    Mit mehr als 2,8 Millionen verkauften Exemplaren gehören die ADFC Radtourenkarten weltweit zu den Bestellern unter den Fahrradkarten. Sie sind nicht nur aufgrund ihres Maßstabs (1:150.000) besonders praktisch für die Radreise. Darüber hinaus haben versierte ADFC-Scouts, die sich auf die Bedürfnisse von Radfahrern verstehen, die Strecken wortwörtlich er-fahren. Finden Sie eine Vielzahl unterschiedlicher Karten im Buchhandel oder in ADFC Infoläden, aber auch direkt beim Bielefelder Verlag BVA (Tel.: 0521 595540, E-Mail: bestellung@bva-bielefeld.de) und natürlich bequem unter www.fahrrad-buecher-karten.de

    Ein besonderes Angebot für familienfreundliches Radfahren in ganz Bayern entstand mit dem „Bayernnetz für Radler“. Seit 1997 wird das Kartenmaterial kontinuierlich weiterentwickelt und erschließt alle Landesteile Bayerns. Der interaktive Kartendienst kann über http://www.bay-rad.de/radler/index.htm genutzt werden. Ergänzt wird das Angebot durch den BayernAtlas, den Kartenservice des Bayerischen Landesamtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung.

     

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